Samstag, 23.09.2017   |   Einlass: 17:00 Uhr   |   Beginn: 18:00 Uhr
LAUT & LEISE! FESTIVAL & LAUT & KANTIG PARTY
Mit: EMMA6, NEWTON FAULKNER, COSBY, VAN HOLZEN, LISA WHO
IM ANSCHLUSS PARTY MIT DJANE CHRISTIANE, EINTRITT "NUR" PARTY: 6€
EMMA6

„Wir waren nie hier“ Eine gute Band öffnet Dir Welten - ganz gleich ob exotisch fremde oder angenehm vertraute. EMMA6 gelingt es dabei, schon mit wenigen Worten, mit ausgesuchten Bildern so viel Welt sichtbar zu machen, als wäre ein Song eines dieser 180-Grad-Kinos, die es früher auf dem Jahrmarkt gab.180-Grad-Kino? Was soll das denn für eine Referenz sein? Nun, man könnte auch schreiben, „Songs wie eine Virtual-Reality-Brille“, aber das trifft es nicht. EMMA6 besitzen einfach etwas zutiefst Analoges. Nullen & Einsen, Cyberphantasien spielen woanders. Ein schönes Beispiel für diese Visionskraft ihres dritten Albums ist das Stück mit dem Titel: „Das Haus mit dem Basketballkorb“. Das Haus mit dem Basketballkorb... Die eigene Assoziationsmaschine rattert sofort los! Endlich mal wieder Pop, der sie kitzelt und nicht alles bereits hermetisch und eindimensional vorgibt. So spuckt sie dann auch einiges zu diesem Song, zu diesem Bild aus: Eine Garage, daran oder daneben der Basketballkorb. So ein Setting findest Du nicht in einer Hochhaussiedlung, das muss ein eigenes Häuschen sein mit bisschen Platz, kein Reihenhaus - und dieser improvisierte Mini-Basketball-Court passt nicht wirklich in die Stadt, er hat eher was von kleinem Dorf denn großer Metropole. „Kommt rein, Essen wird kalt!“ „Gleich, nur noch das Spiel fertig machen!“ Die Erinnerungen an diesen Ort sind nicht uralt. Basketball spielen neben der Karre der Eltern? Das gibt es zwar schon seit der Steinzeit, richtig populär wurde es aber erst in den 90ern. NBA im deutschen TV, Air Jordan, Dennis Rodman, Detlef Schrempf und so. EMMA6 geben einem mit Songs wie diesem ganz viel zu verstehen. 

NEWTON FAULKNER tritt alleine auf die Bühne mit der Kraft einer ganzen Band. Während er mit einem Fuß den Takt stampft, klopft er mit den anderen die Synkopen in den Boden. Seine Finger rasen im Wechsel über die Saiten seiner akustischen Gitarre, pochen, hämmern, ticken, trommeln, klickern, poltern auf dem Korpus herum und entlocken so dem Instrument Harmonie und Rhythmus zugleich. Dazu kommt noch seine eigenartige Gitarrentechnik, bei der er jede klangliche Möglichkeit ausnutzt, mit der man eine Saite zum Schwingen bringen kann - und dieser seelenvolle Gesang. Schon das Debütalbum des Briten „Hand Built By Robots“, das 2007 erschien, brachte den verdienten Erfolg: Topplatzierung in den britischen Charts und Doppelplatin. Im Moment arbeitet Faulkner an seiner sechsten Platte, die im Sommer erscheinen soll, und geht ansonsten am liebsten auf Tour. Denn wo sollte man diese phänomenale Technik und die emotionalen Songs, die der Mann daraus erschafft, besser wertschätzen, als wenn er auf der Bühne seine Gitarre bearbeitet und dazu seine bluesig-raue Stimme erhebt?

23.09.2017 - LAUT & LEISE! FESTIVAL - COSBY

Das Debüt von COSBY „As Fast As We Can“ aus dem Jahr 2015 ist noch immer ein schöner Beweis für die Tatsache, dass „Indie“ aus heimischen Landen durchaus international und durchaus auch nach großem Pop klingen kann. Marie Kobylka (Gesang, Piano), Christoph Werner (Synthesizer, Gitarre), Robin Karow (Schlagzeug) und Kilian Reischl (Bass) versammelten darauf gleich 14 Hits, schlichen sich mal mit einer melancholischen Ballade wie „Never“ an, schlugen mal geradezu wilde Haken wie im elektronisch zischenden und treibenden „Love and War“ und fanden dabei immer wieder den perfekten Popsong, der mal „We Kiss“ und mal „Hardest Thing“ hieß. Ein Nachfolgealbum ist für den Herbst geplant, dennoch geben Cosby ihren Fans diesen Sommer schon mal die Gelegenheit, auch neues Material zu hören.

23.09.2017 - LAUT & LEISE! FESTIVAL - VAN HOLZEN

VAN HOLZEN haben sich Stück für Stück ihr eigenes Universum erschaffen: Auf seiner gerade veröffentlichten Debütsingle „Nackt“ lässt das süddeutsche Newcomer-Trio Elemente aus Rock und Metal auf deutschsprachigen Gesang prallen, um so den nächsten Evolutionsschritt innerhalb der deutschen Musiklandschaft einzuläuten! „Wir machen deutschen Rock“, sagt Frontmann Florian knapp. „Reduziert, ehrlich, handgemacht. Ich brauche etwas, um Dampf abzulassen. Um mich zu verausgaben. Um meine Wut zu kanalisieren. VAN HOLZEN ist dafür das perfekte Medium.“ Der Sound? Spiegelt Aggression und Wut als größte Triebfeder, die VAN HOLZENs eigensinnige Soundästhetik speist. Elemente, die sich auch innerhalb der ausschließlich deutschsprachigen Lyrics fortsetzen: Momentaufnahmen aus dem 21. Jahrhundert. Die Umrisse einer heranwachsenden Generation in einer unsicheren, schnelllebigen und verwirrenden Zeit voller Brüche und Umbrüche. Einer Zeit, in der nichts mehr garantiert ist, sondern in der sich jeder seinen eigenen Weg erkämpfen muss.

23.09.2017 - LAUT & LEISE! FESTIVAL - LISA WHO

LISA WHO war vor ein paar Tagen erst unterwegs und hat mit ihrer Musik die Fans sowohl im Vorprogramm von Hazel English als auch auf den Headliner-Konzerten mit ihren grandiosen Songs ihrer Debütplatte „Sehnsucht“ verführt und berührt. soundsandbooks.com beschrieb den Auftritt der Berlinerin so: „Lisa Who singt mit einer klaren, feinen Stimme, die Musik deckt die Spektren zwischen klassischen Singer-Songwriter-Arrangements und progressiven Rock ab.“ Ein ganz besonderer und besonders stimmungsvoller Auftritt führte sie sogar ins Berliner Zeiss-Planetarium, um „ihre Zuhörer für einen einstündigen Moment willenlos zu machen“. Jetzt hat Lisa Who bestätigt, wann sie im September/Oktober den zweiten, ausgedehnten Teil ihrer Tour absolvieren wird. Dabei muss man sich einlassen auf die junge Frau und ihren psychedelischen Popsound. Ihre sphärischen Klänge transformieren sich während des Hörens. Ihre Musik ist gewachsen aus Chet Baker, Billie Holiday, Pink Floyd und Air. Und hat sie auch manchmal etwas von der verträumten Melancholie einer Lana del Rey. Man merkt man schnell: Das ist etwas ganz eigenes, das ist etwas, dass es so bisher nicht gab. Mit ihrem neuen Album hat die Berlinerin nur eins gemacht, nämlich die Musik, die ihrem Herzen am nächsten lag. Musik ist für Lisa Who das Pendel, das immer wieder ausschlägt, das in ihr schwingt und sie treibt, das sie zum Mittelpunkt zurück bringt, wenn die Welt zu schnell und zu laut ist.